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Scheintür des Anch

3086.JPG

Die Scheintür setzt sich aus zwei Elementen zusammen : der eigentlichen Türnische und einem darüber befindlichen Rundbalken. Das zentrale Bildfeld zeigt den nach rechts schreitenden Grabherrn im Prunkgewand mit Pantherfell; in den Händen hält er den langen Würdenstab und ein Szepter. Seine hinter ihm stehende, mit einem langen Trägerkleid und einer langen Perücke bekleidete Frau umfasst seine Schultern. Die vor den Eltern wesentlich kleiner dargestellte Tochter Nedjet-pet hat die Hand zum ehrfurchtsvollen Gruß vor die Brust gelegt. Im unteren Bildfeld bringen zwei Opfergabenträger Gänse, einen Milchkrug und einen Korb mit Broten herbei. Beide Männer tragen eine große Lotusblüte als Halsschmuck. Der sich ihnen zuwendende Schreiber vor ihnen hält ein Räuchergefäß in den Händen.

Die qualitätvolle und sorgfältige Ausführung des Reliefs steht im Widerspruch zur steifen Haltung der Personen und den fehlerhaften Proportionen ihrer Körper. Dies sind zusammen mit der Grablage gute Argumente für eine Datierung an das Ende des Alten Reiches; Giza war zu dieser Zeit längst nicht mehr Residenzfriedhof, hatte aber als blühende Pyramidenstadt mit noch bestehendem Kult für die Erbauer der drei großen Pyramiden der 4. Dynastie einen ganz eigenen Stil von guter Qualität entwickelt. Die Privatleute, die sich hier wie Anch ein Grab anlegten, profitierten von den vielen Handwerkern, die in Achet-Chufu (wörtlich : Horizont des Cheops; Name der Pyramidenstadt von Giza) lebten.

Standort

PELIZAEUS-MUSEUM [04/030] HILDESHEIM

Inventarnummer

3086

Datierung

6. DYNASTIE

Fundort

GIZA NEKROPOLE

Gattung

SCHEINTÜR

Material

KALKSTEIN; NICHT SPEZIFIZIERT

Technik

RELIEF, ERHABEN; BEMALUNG

Höhe

132 cm

Breite

58.5 cm

Tiefe

28 cm

Übersetzung

(1) Atju Anch, Miteret Nefret-ka.
(2) Atju Anch, Miteret Nefret-ka.
(3) Nedjet-pet (= Name der Tochter).
(4) Iru-ka (= Name des Dieners).
(5) Nefer-wawet (= Name des Dieners).
(6) Schreiber Tjenti.

Bibliographie