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Bronzebüste eines Königs

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Slideshow

Eines der bedeutendsten Objekte der ursprünglichen Sammlung Pelizaeus ist diese Büste eines anonym bleibenden Königs. Sie wurde Pelizaeus zusammen mit einigen Horbeit-Stelen von einem Kunsthändler in Kairo angeboten, der behauptete, auch das Königsbildnis stamme von diesem Fundort. Es gelang ihm damit, das Stück so interessant zu machen, dass Pelizaeus es erwarb; denn er hielt die Büste für ein Bildnis Ramses' II., dessen vergöttlichte Statuen auf den Stelen eine so große Rolle spielen. Aus stilistischen Gründen hat man heute von dieser Datierung Abstand genommen, die Herkunft des Objektes bleibt rätselhaft.

Erst eine gründliche konservatorische Untersuchung und anschließende langwierige Restaurierung legten die Feinheiten dieses Königsbildnisses frei, die unter einer dicken grünen Korrosionsschicht verborgen gelegen hatten. Der Herrscher ist mit einem relativ schmalen Kopf und von ernster Gelassenheit geprägten Gesichtszügen dargestellt. Die Augenbrauen sind in erhabenem Relief gearbeitet, ebenso die Schminkstriche um die weit geöffneten Augen. Die Nase ist schmal und gerade, der Mund weist volle, geschwungene Lippen auf; die Ohren liegen flach am Schädel an. Ein glatter, nach unten etwas breiter werdender Königsbart ist am Kinn befestigt; er ist durch einen schmalen Steg mit Hals und Brust verbunden. Der König trägt die "Blaue Krone", den sogenannten Kriegshelm, mit dem Uräus über der Stirn, dem Zeichen seiner Macht und seines Amtes. Der Leib der Schlange ringelt sich nach oben über den Scheitel der Krone. Diese ist nicht in der breit ausladenden Form, die für das Neue Reich charakteristisch ist, gestaltet, sondern in einer schmaleren, insgesamt kleineren Variante, für die sich Parallelen in der Königsplastik der 29. und 30. Dynastie finden.

Es gibt allerdings keine Vergleichsstücke aus Bronze, insofern ist dieses Bildnis bisher ohne direkte Parallele geblieben. Es stellt ein singuläres Beispiel dar für die hoch entwickelten metallurgischen und toreutischen Kenntnisse der Ägypter. Der Halsauschnitt der Büste ist original; er lässt den Schluss zu, es handle sich hier um den Kopfteil einer aus verschiedenen Materialien zusammengesetzten Kompositstatue, deren Körper (vielleicht aus Holz ?) nicht erhalten blieb. Eine weitere Möglichkeit wäre die Erklärung als Teil einer Kultbarke; Abbildungen in Relief zeigen am Bug und Heck gelegentlich Königsköpfe, die mit Hals und Halskragen enden. Rundplastische Beispiele für solche Barkenprotome sind allerdings sonst nicht erhalten.

Standort

PELIZAEUS-MUSEUM [04/030] HILDESHEIM

Inventarnummer

0384

Datierung

30. DYNASTIE (nacht nich); SPÄTZEIT; 29. DYNASTIE (nicht vor)

Fundort

UNBEKANNT

Gattung

RUNDPLASTIK

Material

BRONZE; GOLD

Technik

METALLTECHNIK; BLATTVERGOLDET; EINLAGE

Höhe

39.5 cm

Breite

25 cm

Tiefe

24.5 cm

Bibliographie