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Schreiberstatue des Heti

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Auf einer hohen rechteckigen Basisplatte sitzt der Beamte Heti mit untergeschlagenen Beinen in der charakteristischen Haltung der Schreiber. Er hält auf seinem Schoß einen ausgerollten Papyrus fest; das Schreibgerät, das er ursprünglich in seiner jetzt beschädigten rechten Hand hielt, ist verloren. Heti trägt eine fein ausgearbeitete, kurze Löckchenperücke und ist mit einem glatten, bis zum Knie reichenden Schurz bekleidet. Der Gürtel mit dem Knoten vorn ist sorgfältig angegeben. Seine Haltung wirkt etwas steif, was aber an der typischen achsengeraden Ausrichtung und Frontalität der Figur liegt. Der Oberkörper ist gerade aufgerichtet, die Schultern sind gestrafft, den Kopf hält Heti leicht angehoben. Der Blick ist also nicht auf die Arbeit gesenkt, sondern nach vorn gerichtet. Auch dies ist typisch für Schreiberstatuen;denn sie dienen nicht in erster Linie dazu, den Dargestellten bei einer speziellen Arbeit darzustellen. Sie sollten vielmehr auch über den Tod hinaus dokumentieren, dass der Dargestellte ein Beamter im Staatsdienst war und dass man diese Funktion nur über Beherrschung von Schrift und Schreiben erlangen konnte. Außerdem bewahrte die Schreiberstatue den damit verbundenen Rang, das Ansehen und ganz allgemein die Stellung, die ein Beamter in der Gesellschaft einnahm, und übertrug sie auf sein ewiges Leben.

Das Gesicht des Heti ist besonders sorgfältig modelliert und ausgezeichnet proportioniert. Der Blick der großen Augen scheint konzentriert auf etwas gerichtet zu sein; die Wangen sind sanft gerundet und gehen mit zwei deutlichen Falten zum Mund über, dessen volle Lippen scharf konturiert sind. Der Körper ist insgesamt schlank, aber muskulös wiedergegeben. Dies vermittelt einen Eindruck von Lebendigkeit, aber auch von überlegener Gelassenheit und entspricht damit dem zeitlos-schönen Ideal, das die Menschen für ihren Ersatzkörper, die Grabstatue, bevorzugten.

Die Haltung insgesamt ist charakteristisch für zahlreiche Schreiberstatuen; aber sowohl der rechteckige Sockel, der nicht gerundet dem Umriss des Sitzenden folgt, wie die frei gearbeiteten Arme, die leicht vom Körper abgewinkelt sind und dadurch sehr lebensnah wirken, heben die Schreiberstatue von den meisten Beispielen dieses Statuentyps ab.

Die Statue ist unbeschriftet, doch wurde sie zusammen mit drei weiteren Statuen des Grabherrn in dessen Serdab (Statuenkammer) gefunden, die den Namen des Heti sowie seine Amts- und Rangtitel überliefern. Er war Schreibervorsteher im Range eines Sab und besaß den Hofrangtitel eines Iri-ichet-nesut; damit gehörte er einer "mittleren Laufbahn" in der streng hierarchisch gegliederten Staatsverwaltung Ägyptens an. Er war folglich ein Mann, der es zu Rang und Ansehen gebracht hatte und sich ein eigenes Grab mit Reliefschmuck und mehreren Statuen leisten konnte. Heti lebte im Übergang von der 5. Dynastie zur 6. Dynastie.

Standort

PELIZAEUS-MUSEUM [04/030] HILDESHEIM

Inventarnummer

2407

Datierung

6. DYNASTIE (nacht nich); 5. DYNASTIE; 5. DYNASTIE (nicht vor)

Fundort

GIZA NEKROPOLE

Gattung

STATUE

Material

KALKSTEIN; NICHT SPEZIFIZIERT

Technik

SKULPTIERT; GEGLÄTTET; BEMALUNG

Höhe

52.1 cm

Breite

37.3 cm

Tiefe

26 cm

Bibliographie